tarahu
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2005 Beiträge: 42
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Verfasst am: 01.04.2006, 22:28 Titel: Beratungsstelle |
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Eine außergewöhnliche Beratungsstelle
Der Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte e. V.
NS-Verfolgte leben unter anderem auch in Deutschland. Ihre Zahl bewegt sich zwischen
60 000 und 80 000. Sie sind heute im Durchschnitt zwischen 70 und 85 Jahren alt.
Darunter sind jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen GUS, ehemalige NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Zwangssterilisierte, deutsche Juden und Edelweißpiraten. Viele von ihnen haben als so genannte „vergessene Opfer" erst in den letzten Jahren die Chance erhalten, eine kleine Beihilfe zu beantragen.
Der Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte in Köln ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit fast 16 Jahren um Anerkennung und Entschädigung der NS-Verfolgten bemüht.
Der Verband kann auch heute noch für viele der NS-Überlebenden eine finanzielle Anerkennung für das erlittene Unrecht erreichen. 0 So existiert zum Beispiel bei der Oberfinanzdirektion Köln ein Härtefonds, der unabhängig vom Einkommen für erlittenes NS-Unrecht aus bestimmten Gründen eine einmalige Beihilfe von bis zu 2500 Euro bezahlt.
0 NS-Zwangssterilisierte erhalten eine einmalige Beihilfe von 2500 Euro sowie monatliche Leistungen. 0 In einigen Bundesländern gibt es Landeshärtefonds für NS-Verfolgte.
Der Bundesverband hat alle gesetzlichen und außergesetzlichen Regelungen für NS-Verfolgte in einem regelmäßig aktualisierten Beratungsleitfaden zusammengestellt. Bei Sozialämtern, Seniorenberatungsstellen, Versorgungsämtern und Rentenbehörden sind diese Informationen nur sehr lückenhaft bekannt. Viele alte Menschen wenden sich erst in Not Rat suchend an solche Institutionen. Frau N., eine 86-jährige Kölnerin, die zwei Jahre KZ in Ravensbrück und BergenBelsen überlebt hat, entdeckte die kleine Notiz zur Eröffnung der Beratungsstelle 1990 in einer Kölner Tageszeitung. Sie erhielt die einmalige Beihilfe und auch eine monatliche Zahlung - eine große Erleichterung für die Seniorin.
Im März 2005 eröffnete das erste Erzähl- und Begegnungscafe für NS-Verfolgte im „Residenz am Dom" in der Nähe des Hauptbahnhofs. Alle 14 Tage treffen sich seither etwa 30 NS-Verfolgte zu Kaffee und Kuchen, geselligen und informativen Programmpunkten und Gesprächen. Im Abstand von zwei bis drei Monaten organisiert der Verband ein Erzählcafe, eine öffentliche Veranstaltung mit Vortrag und der Beteiligung von jungen Menschen. Dieses Projekt ist einmalig in Deutschland. Gäste und besonders die Schülerinnen und Schüler können im direkten Kontakt mit den NS-Überlebenden sehr eindringlich ein Stück oft verdrängter deutscher Geschichte erfahren.
KONTAKT
Sonja Schlegel Bundesverband
Information und Beratung für NS-Verfolgte e. V.
Holweider Straße 13-15 51065 Köln
Telefon (02 21) 17 92 94 0
Fax (02 21) 17 92 94 29 E-Mail schlegel@nsberatung.de
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