tarahu
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2005 Beiträge: 42
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Verfasst am: 16.06.2006, 22:37 Titel: Gedenken an Sinti und Roma |
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Gedenken an Sinti und Roma
In Berlin-Marzahn erinnert seit gestern eine Tafel an das frühere Zwangslager
MARINA MAI
BERLIN Am Ort des früheren Zwangslagers der Berliner Sinti und Roma, Berlin-Marzahn, wurde gestern eine Gedenktafel eingeweiht. Vier Überlebende nahmen neben rund 200 Berlinern zuvor an einer Trauerfeier auf dem nahen Parkfriedhof Marzahn teil. Darunter war - neben Berliner Landespolitikern von den Grünen, der SPD und der Linkspartei - auch der Brandenburger SPD-Politiker Christoph Schulze.
Seit 1986 erinnert ein Gedenkstein auf dem Friedhof an die Opfer der Sinti und Roma. Ihn hatte damals das Ökumenische Forum von Berlin installiert, so der frühere evangelische Pfarrer Ernst-Gottfried Buntrock. Er hatte mehrere Lagerüberlebende, die heute nicht mehr am Leben sind, noch persönlich kennen gelernt und erinnerte an ihre Lebensleistung. "Es ist beschämend, dass die Gedenktafel erst nach 70 Jahren kommt," sagte Bezirksbürgermeister Uwe Klett (Linkspartei).
Im Juni 1936 hatte das Preußische Innenministerium ein Zwangslager eingerichtet, um die Stadt vor den Olympischen Spielen 1936 "zigeunerfrei" zu machen. Der Ort lag damals noch weit vor den Toren der Stadt, in der Nähe des damaligen Dorfes Marzahn. Tausende Sinti und Roma aus Berlin wurden festgenommen und hierher gebracht. Sie mussten Zwangsarbeit leisten, hauptsächlich bei den Bauern der Umgebung. "Hier begann ihr Leidensweg, der für die meisten von ihnen in die Gaskammern der Vernichtungslager brachte," erinnerte Petra Rosenberg vom Zentralverband Deutscher Sinti und Roma.
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